JESSICA TOWLSON

Nutze deine Stimme.

Sprich deine Wahrheit. 

Ich träume von einer Welt, in der wir uns nicht verstecken müssen. In der wir uns offen zeigen können, ohne Angst, verletzt, missverstanden, beschämt oder bestraft zu werden. Eine Welt, in der wir so klar, transparent und unbeirrt unser Innerstes preisgeben können, wie der Bergkristall.

Um diese Welt zu errichten, braucht es Menschen wie dich, die als Vorbilder vorangehen und den Willen haben, die Dunkelheit ins Licht zu bringen. Schmerz mit Barmherzigkeit zu verbinden. Wahrheit in Worte zu fassen. 

Persönliche Geschichte

Ich kann ernsthaft nicht mehr genau nachvollziehen, wie oft ich seit meinem 7. Lebensjahr schon umgezogen bin. Mindestens 10 grosse Wechsel innerhalb weniger Jahre, etliche kleinere, verschiedene Länder, verschiedene Kulturen, verschiedene Sprachen. Es ist auch nicht wichtig. Was immer gleich war, war das Gefühl des “Nicht-hingehörens”. 

Mit 13 Jahren kam ich in die Schweiz. Gefühlt über Nacht durfte ich den Kulturschock überwinden und während dem laufenden Unterricht gleichzeitig Hochdeutsch und Dialekt lernen. Innerlich kämpfte ich ums nackte Überleben, äusserlich war ich einfach komisch. Um wenigstens das Gekicher über meine unbeholfenen Sätze zu vermeiden, hörte ich auf zu sprechen. 

 Später war es die Trennung meiner Eltern, die mich in die Wortlosigkeit trieb. Ich wollte vermitteln, denn ich sah den Schmerz und die Wut auf beiden Seiten. Doch egal was ich sagte, es hatte kaum oder nicht die Wirkung, die ich anstrebte. Ich war voller Worte, und hatte doch nichts zu sagen. 

Mundtot zu sein ist das schlimmste Gefühl, das es für mich gibt. Nicht, weil es besonders schmerzhaft ist, im Gegenteil, Totes tut nicht weh! Nein, weil es so perfid ist. 

Wenn deine Stimme in dir stirbt, ist mehr als nur dein Mund tot. 

Und TROTZDEM! Ja, trotz all dem, war ich immer die, die aufgestanden ist und etwas gesagt hat, wenn sich sonst niemand getraute. Ohne Rückendeckung, ohne die Grammatik zu beherrschen, ohne Vorbereitung, ohne im richtigen Licht zu stehen und oft ohne den richtigen Ton zu treffen. 

Und weisst du was? Ich habs überlebt! Es geht, und vor allem: es lohnt sich!

Ich stehe heute hier und kann über alles sprechen. Ich kann die dunkelsten, schamvollsten und verletzlichsten Schatten beim Namen nennen, sie sichtbar machen und sie ins Licht bringen. Weil sie mir keine Angst machen. Weil ich sie kenne. 

Diese Ruhe ist meine Freiheit, meine Stärke und mein Frieden.

Ich habe meine Stimme. Und ich nutze sie. 

Bist du auch eine natürliche Sprecherin? Willst auch du deine Stimme wieder für dich entdecken und andere aufwecken und inspirieren? Dann wirst du dich im SprachRaum unter Gleichgesinnten wohl fühlen.